Ausgabe 20, 12. bis 18. Mai 2018

Die jugendlichen Preisträgerinnen und -träger mit Katja Wissmiller (4. v.l.) vom Katholischen  Bibelwerk und Religionspädagogin Christine Wittkowski (4. v.r.). (Foto: Regula Vogt-Kohler)Die jugendlichen Preisträgerinnen und -träger mit Katja Wissmiller (4. v.l.) vom Katholischen Bibelwerk und Religionspädagogin Christine Wittkowski (4. v.r.). (Foto: Regula Vogt-Kohler)

Ein Preis für die biblischen Gottesboten

Jugendliche der 8. Klasse verwandelten alte Bibeln in Engel

Transformieren statt ausrangieren – so lautete die Vorgabe des Wettbewerbs, den das Religionspädagogische Institut der Uni Luzern und das Katholische Bibelwerk lanciert haben. Gottesboten statt Gottes Botschaft – für diese Umsetzung haben Religionsschüler und -schülerinnen der Basler Pfarrei Heiliggeist den dritten Preis erhalten.

Wohin mit alten Bibeln? Zwei neue Ausgaben – die neue Lutherübersetzung und die revidierte Einheitsübersetzung, beide 2016 erschienen – haben diese Frage akut werden lassen. Einfach ins Altpapier? In der Überzeugung, dass es bessere Lösungen für die «Entsorgung» des Buchs der Bücher gibt, haben das Religionspädagogische Institut der Universität Luzern (RPI) und das Katholische Bibelwerk (SKB) im Sommer 2017 einen Projektwettbewerb ausgeschrieben. Für die kreativen Vorschläge zur Wiederverwertung galt es, mindestens zwölf Bibeln zu verwenden.

Die Achtklässler und -klässlerinnen im Religionsunterricht von Christine Wittkowski haben aus dem mit der biblischen Botschaft bedruckten Papier Engel geformt. Zum Beispiel die Engel, welche den Hirten die Geburt Jesu verkündeten. Oder einen Engel der Gerechtigkeit, der mit seiner aus einzelnen Buchseiten gestalteten schwingenden Bekleidung auch in modeschöpferischer Hinsicht beeindruckt.

Die fünfköpfige Jury hat das Projekt «Von der Botschaft Gottes zu Boten Gottes» mit dem dritten Preis ausgezeichnet. Neben der Transformation der Bibel und der (auch künstlerischen) Qualität der Arbeit war die pastorale Reichweite des Projekts ein für die Bewertung massgebender Aspekt. Die Engel sind Ausdruck von vertiefter individueller Auseinandersetzung mit biblischen Geschichten, und durch die Präsentation an einem Rorategottesdienst konnte auch die Gemeinde daran teil haben.

Zudem sind die Engel auch im Unterricht dabei. «Alle suchten ihre Geschichte selber aus» berichtete Christine Wittkowski bei der Preisübergabe. Und beim Gestalten hätten alle motiviert mitgemacht. Da waren mit handwerklichem Geschick für einmal andere Fähigkeiten als üblich gefragt. Das habe die vom Niveau breit gefächerte Gruppe auch zusammengeschweisst.

Mit dem (bescheidenen) Preisgeld wollen die Jugendlichen mit ihrer Lehrerin am letzten Schultag etwas unternehmen. «Was – das müssen wir noch demokratisch bestimmen», sagte Wittkowski.

Regula Vogt-Kohler

bibelwerken.ch


 

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