Editorial

Gedanken zur jeweils aktuellen Ausgabe oder zu Themen, die in der Luft liegen.

  • Barfuss

    Plopp, plopp … plopp. Eine Eichel nach der anderen verlässt ihr Heim in luftiger Höhe und plumpst auf den Boden. Die teilweise noch in einem mit harten Spitzen bewehrten Panzer steckenden Baumfrüchte machen in der Badi das Barfussgehen zur Qual. Die unter Trockenheitsstress leidenden Bäume werfen alles ab, was sie nicht mehr versorgen können …

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  • Das Kreuz mit dem Psalm

    «Nicht nur die englische Mannschaft stimmte ‹God save our gracious Queen› an», berichtete eine Zeitung vom Tag des WM-Halbfinals aus England. Auch auf der Insel, in jedem Pub, hätten die Fans das Lied angestimmt. «Dort wurde die Nationalhymne nicht gesungen, sondern mit einer Inbrunst gebrüllt, die einem Schauer über den Rücken laufen liess und daran erinnerte, wie fein die Linie zwischen Patriotismus und Nationalismus ist.» Können Sie sich vorstellen, dass Schweizer Fans das Lied «Trittst im Morgenrot daher» mit vergleichbarer Inbrunst brüllen?

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  • Warum die Ökumene stockt

    Papst Franziskus hat in seinen Ansprachen beim Weltkirchenrat in Genf ein Bekenntnis zum Ziel der Einheit der christlichen Kirchen abgegeben. Der Papst hat bekräftigt, was schon das II. Vatikanische Konzil 1964 festgestellt hatte: Die Spaltung widerspreche dem Willen Christi. Darum sagt er auch, die ökumenische Bewegung sei vom Heiligen Geist erweckt.

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  • Leute machen Kleider

    T-Shirts waren schon vor Jahrzehnten billig, so billig, dass man sie sich problemlos leisten konnte, sich aber auch fragte, wer daran noch etwas verdiente. Daran hat sich grundsätzlich nichts geändert. Die Problematik hat sich allerdings noch verschärft. Während unsere Löhne gestiegen sind, sanken die Preise für Bekleidung weiter.

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  • Sichtbar

    Bunt, feierlich – und weiblich: Diese Attribute sind eine Kurzbeschreibung des Gottesdienstes anlässlich der Errichtung des Pastoralraums Basel-Stadt am 9. Juni in der Kirche St. Anton. Sie sind aber ebenso eine Kurzfassung des Alltags im Pastoralraum Basel-Stadt.

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  • Verschiedene Welten

    Jetzt kommt der Präfekt der Glaubenskongregation, von Franziskus ins Amt eingesetzt, und wiederholt ein Machtwort von Papst Jo­hannes Paul II. aus dem Jahr 1994, das keinen Raum für Argumente lassen will: «Dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben.» Das ist wie ein Axthieb in eine Wunde.

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  • 30 Jahre Krieg

    Schweden – aus diesem Land kamen erfolgreiche Skifahrerinnen und Tennisspieler. Unsere Kinder, damals im Primarschulalter, kannten 1997 Pernilla Wiberg, die auf alpinen Skipisten Medaillen sammelte, und den Tennisspieler Stefan Edberg. Umso überraschter waren sie, als sie bei einem Dorffest von der Grossleinwand herab erfuhren, wie die Schweden während des Dreissigjährigen Krieges in unserer Gegend gewütet hatten.

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  • Pfingstwunder

    Am Pfingstereignis, wie es die Apostelgeschichte von der christlichen Urgemeinde in Jerusalem erzählt, hat mich immer das Sprachwunder fasziniert. Am Pfingstfest begannen die Apostel plötzlich in anderen Sprachen zu sprechen, «wie es der Geist ihnen eingab», und in einer wegen des Sturmwinds zusammengeströmten Menge hörte ein jeder sie in seiner Muttersprache reden.

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  • Danke

    Es ist ein grosser Moment, wenn ein Kind das erste Mal bewusst «Mama» sagt. Längst hat es erkannt, dass die Mutter die zentrale Figur in seinem sich stetig erweiternden Universum ist, aber dies auch sprachlich benennen zu können, ist für beide Seiten etwas ganz Besonderes.

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  • Kirchen an der Messe

    Mit der Gluggerbahn, wie die Basler sagen, haben die Kirchen ein spielerisches Element für ihren Auftritt an der Muba gewählt. Ist es richtig, dass sich Kirchen so zeigen? Sollen sie überhaupt an einer Publikumsmesse wie der Muba auftreten?

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  • Postkarten

    Landschaften, die dem direkten Einfluss des Menschen weitgehend entzogen sind, verändern sich. Damit lässt sich die Frage danach, wie unsere durch menschliche Eingriffe geschaffenen Kulturlandschaften «ursprünglich» einmal ausgesehen haben, nicht oder jedenfalls nicht grundsätzlich beantworten. Wenn es also heisst, dass die heutige Schweiz einst fast ganz von Wäldern bedeckt war, ist das ebenso eine Momentaufnahme wie das Bild einer Postkarte.

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  • Bist du heilig?

    «Er ist kein Heiliger»: Mit dieser Bemerkung geben wir andern zu verstehen, dass jemand alles andere als einen vorbildlichen Lebenswandel führt, immer wieder über die Stränge schlägt und Regeln verletzt. Nicht ganz so streng ist das Urteil, wenn wir von uns selber sagen: «Ich bin kein Heiliger.» Damit deuten wir eher an, dass wir uns nicht in jeder Situation untadelig verhalten, und hoffen auf Nachsicht für unsere Schwächen.

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  • Überirdisch

    Auf dem Weg zum Chor kommt man an der Vitrine mit den Objekten aus der Karriere von Roger Federer vorbei. In einer Zeit, in der «alternative Glaubenswelten» entstehen (wie es in einer Medienmitteilung zur Präsentation sakraler Kunst aus dem Mittel­alter heisst), passt es, neuzeitliche «Devotionalien» zu zeigen.

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  • Kniesocken

    Ostern und Kniesocken, das gehörte für uns zusammen, und so stritten wir jedes Jahr mit den Eltern darüber, ob es denn nun auch warm genug sei für das frühlingshafte Outfit. Dennoch wäre es uns nie in den Sinn gekommen, in Ostern das Kniesockenfest zu sehen. Es war eine Selbstverständlichkeit, dass sich diese Feiertage kurz nach Frühlingsbeginn auf die zentralen Punkte der christlichen Heilsgeschichte bezogen.

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  • Schwieriges Erbe

    Es dürfte allein aus Gründen der Praktikabilität unbestritten sein, dass nicht alles, was je an kulturellen Werten erschaffen worden ist, für die Ewigkeit erhalten werden muss. Nicht alles, was ein gewisses Alter erreicht hat, ist automatisch schützenswert. Im Umgang mit Kulturerbe gilt es unbequeme Fragen zu beantworten, Prioritäten zu setzen, auch Abschied zu nehmen.

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  • Ermutigung vom Ende der Welt

    Fünf Jahre Papst Franziskus: Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus? – Der erste Papst aus Lateinamerika – «vom Ende der Welt», wie er selber scherzte – hat sofort nach seiner Wahl Staunen, Hoffnung und Begeisterung geweckt. Vieles davon hält bis heute an. Doch neben dem Lob sind heute vermehrt auch kritische Stimmen zu vernehmen.

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  • Papstbesuch gilt der Ökumene

    «Fratelli e sorelle, buona sera!» Fünf Jahre sind es her, seit Jorge Mario Bergoglio sich am 13. März 2013 vom Balkon des Petersdoms aus mit diesen Worten als neuer Papst an die Welt gewandt hat.

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  • Zum Krankensonntag

    Erinnern Sie sich daran, wie Sie sich fühlten, als Sie das letzte Mal krank waren? Es fehlt die Kraft, für sich selbst zu sorgen. In dieser Lage wird man unendlich dankbar für Zuwendung, Hilfe und Pflege. Die Krankheit führt uns vor Augen, was wir in gesunden Tagen gern vergessen: Dass wir in allen Unternehmungen, von klein auf bis ins hohe Alter, immer auf andere angewiesen sind. Auch dann, wenn wir uns gesund und stark fühlen.

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  • Hunger

    Wir sind uns so gewohnt, jederzeit essen zu können, dass wir nicht nachvollziehen können, was es heisst, wirklich zu hungern, jeden Abend unfreiwillig mit leerem Magen schlafen zu gehen. Unser Überfluss führt dazu, dass wir uns mehr mit den Folgen von zu viel als zu wenig Nahrung befassen. Dabei geht leicht vergessen, wieviele Menschen zu wenig zu essen haben.

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  • Ein Ministerium für Einsamkeit?

    Zuerst glaubte ich an einen Scherz. Am 17. Januar ging die Meldung in die Welt, in Grossbritannien gebe es jetzt ein Ministerium für Einsamkeit. Aber ein Blick in die Website der britischen Regierung bestätigt den Sachverhalt. Zwar wurde kein eigenes Ministerium mit diesem Namen geschaffen. Aber Premier­ministerin Theresa May hat der Ministerin für Sport und Zivilgesellschaft, Tracey Crouch, offiziell die Aufgabe übertragen, der Vereinsamung entgegenzuwirken.

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ZUM THEMA

  • Wenn Priester sich verlieben

    Kann ein Priester, der sich für eine Partnerschaft entscheidet, weiterhin im kirchlichen Dienst tätig sein? Ja, sofern der Vatikan seine Entlassung aus dem Klerikerstand ermöglicht, der Papst ihn von der Zölibatspflicht entbindet und das zuständige Bistum den Betroffenen wieder einstellt. kath.ch hat bei Kirchenrechtler Urs Brosi nachgefragt. >> mehr...

  • Hirten und Hirtinnen geben Kraft und Elan

    «Ich selbst aber bringe die Zerstreuten und Verlorenen zurück auf ihre Weide; sie sollen fruchtbar sein …» Dem Propheten Jeremia sind alle Hirten offenbar suspekt. Sie handeln entweder zu ihrem eigenen Vorteil, zur Selbstdarstellung oder nehmen ihren Auftrag nicht ernst, für die zu sorgen, die ihnen anvertraut sind. Wir können hier viele Beispiele anfügen, wo Hirten ihre Anvertrauten entweder nicht sehen, nicht ernst nehmen oder sogar missbraucht haben. Das Nicht-ernst-genommen-Werden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Anvertrauten ist weitverbreitet, nicht nur in der Kirche. >> mehr...

 

Kirche heute
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