Ausgabe 20, 12. bis 18. Mai 2018

Eines von vielen Elementen des KIRK war der «Markt der Möglichkeiten» mit Gruppierungen, die in verschiedenen Bereichen Solidarität leben. (Foto: Christian von Arx)Eines von vielen Elementen des KIRK war der «Markt der Möglichkeiten» mit Gruppierungen, die in verschiedenen Bereichen Solidarität leben. (Foto: Christian von Arx)

Geschwisterlichkeit kennt keine Grenzen

Der Tag der Kirchen am Rheinknie versammelte Engagierte aus drei Ländern in Mulhouse

Zum 5. Tag der Kirchen am Rheinknie (KIRK) begaben sich Angehörige protestantischer und katholischer Kirchen von der deutschen und der Schweizer Seite des Rheins nach Mulhouse. Roter Faden des trinationalen und ökumenischen Begegnungstags war die Geschwisterlichkeit.

Kirchentage haben in Deutschland eine grosse Tradition, in der Schweiz sind sie den Gläubigen weniger vertraut. «Man begegnet sich, und so lernt man sich schätzen»: So brachte Bischof Felix Gmür den Sinn des Tags der Kirchen Rheinknie bei seinem Kurzbesuch in Mulhouse auf den Punkt. Das ist besonders wertvoll in einer Region, die von Landes- und Sprachgrenzen durchzogen wird.

Am letzten Samstag bot der KIRK diese ­Gelegenheit den Kirchenangehörigen aus dem Südelsass, dem Markgräflerland und den beiden Basel. Das prächtige Wetter kam den Freiluftveranstaltungen zugute. Natürlich war Französisch an den Anlässen die meistgehörte Sprache: «Es war immer so, dass der grösste Teil des Publikums aus der Standortregion kam», erklärte Monika Hungerbühler, Co-Leiterin des Dekanats Basel-Stadt, die an allen fünf bisherigen Austragungen des KIRK dabei war.

Das Thema der Geschwisterlichkeit – mit der Frage «Kain, sag mir: wo ist meine Schwester, wo ist mein Bruder?» – kam am KIRK in einer riesigen Vielfalt von Formen zur Darstellung: Workshops, Ausstellungen, Diskussionen, Musik, Tanz und an einem «Markt» mit zahlreichen Gruppierungen, die sich für die Solidarität mit Benachteiligten einsetzen. An einem Podiumsgespräch unter Leitung der Theologin und Liestaler Stadträtin Marie-Theres Beeler betonten Jo Spiegel, Maire von Kingersheim, und Lukas Ott, Leiter der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt, die Forderung, in öffentlichen Angelegenheiten alle Betroffenen sich einbringen zu lassen. Für Gudrun Heute-Bluhm, Geschäftsführerin des Städtetags von Baden-Württemberg, stand das Engagement für Flüchtlinge im Vordergrund. «Es war wichtig, dass Städte und Kommunen die Kirchen als Unterstützer einer humanen Politik im Rücken hatten», sagte die frühere Oberbürgermeisterin von Lörrach.

Das von Robert Heeb (Allschwil) eigens komponierte KIRK-Lied «Kain, sag mir …» kam am Eröffnungsanlass und am Abschlussgottesdienst mit mehreren Hundert Anwesenden vor der katholischen Kirche St-Etienne zur Aufführung. Ein einstudierter Flashmob mit Bläserbegleitung auf der Place de la Paix machte auch Passanten darauf aufmerksam.

Neun Trägerkirchen aus den drei Ländern haben diesen 5. Kirchentag am Rheinknie organisiert, darunter fünf römisch-katholische, drei evangelisch-reformierte und die Christkatholische Kirche Basel-Stadt. Vermisst wurde die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt, die sich – im Unterschied zur reformierten Kirche Baselland – von einer Beteiligung am KIRK zurückgezogen hatte.

Nach dem bisherigen, meist vierjährigen Turnus sollte der 6. Tag der Kirchen am Rheinknie im Jahr 2022 stattfinden. An der Reihe wäre dann, zum zweiten Mal nach 2011, die Stadt Basel.

Christian von Arx

 

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