Ausgabe 11, 10. bis 16. März 2018

Papst Franziskus (hier bei einer Generalaudienz in Rom) dürfte auch bei seinem Auftritt in Genf auf Sympathie stossen. (Foto: Oliver Sittel/kath.ch)Papst Franziskus (hier bei einer Generalaudienz in Rom) dürfte auch bei seinem Auftritt in Genf auf Sympathie stossen. (Foto: Oliver Sittel/kath.ch)

Der Papst besucht den Weltkirchenrat in Genf

Franziskus‘ erste Reise in die Schweiz am 21. Juni wird ein Zeichen für die Ökumene sein

Mit seinem Besuch des Weltkirchenrates in Genf am 21. Juni dieses Jahres wird Papst Franziskus das ökumenische Engagement der katholischen Kirche bekräftigen. Das erklärten der Schweizer Kardinal Kurt Koch, Leiter des Päpstlichen Einheitsrates, und der Generalsekretär des Weltkirchenrats, der Norweger Olav Fykse Tveit, im Vatikan.

Der erste Besuch des argentinischen Papstes in der Schweiz erfolgt anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), wie der Weltkirchenrat auch heisst. Das genaue Programm des Besuches sei noch in Arbeit, so Kardinal Koch an einer Medienkonferenz am letzten Freitag in Rom. Der eintägige Besuch gelte vor allem dem ÖRK; zusätzlich gebe es eine kurze Begegnung mit dem Bundesrat. Ausserdem wolle Franziskus eine Messe mit den katholischen Christen in Genf feiern.

Das Motto des Besuches, «Gemeinsam gehen, beten und arbeiten», illustriere auch die Auffassung des Papstes von Ökumene, erläuterte Kardinal Koch. Franziskus spreche immer davon, viele praktische Schritte gemeinsam zu gehen. «Für ihn besteht Ökumenismus nicht nur aus Dialog, sondern aus gemeinsamem Gebet und Handeln», sagte Koch.

Franziskus als Vorbild für andere Kirchen
«Franziskus zeigt und lebt die ökumenische Vision noch einmal ganz neu», würdigte Tveit die Rolle des Papstes. Alle Christen stünden vor der Aufgabe, sich in der Welt Gehör zu verschaffen und zu zeigen, wie das Evangelium von Jesus Christus zu leben sei. «Die Art und Weise, wie Papst Franziskus das macht, wird von vielen Kirchen und auch nichtkatholischen Christen anerkannt», lobte Tveit. Der lutherische Theologe aus Norwegen ist seit 2010 Generalsekretär des ÖRK.

Bereits am Mittwoch der vergangenen Woche hatte die Bundeskanzlei bekannt gegeben, Papst Franziskus werde am 21. Juni in Genf erwartet und von einer Delegation des Bundesrates unter der Leitung von Bundespräsident Alain Berset empfangen. Am Freitag wurde der Papstbesuch vom vatikanischen Pressesprecher bestätigt. Charles Morerod, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg sowie Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, würdigte den Papstbesuch als ein «wunderbares Zeichen des ökumenischen Dialoges», wie es auf der Website des Bistums heisst. Nach den Besuchen Pauls VI. 1969 und Johannes Pauls II. 1984 in Genf ist dies der dritte Besuch eines Papstes beim Weltkirchenrat.

Ökumenischer Rat der Kirchen
Die katholische Kirche ist nicht Mitglied des Ökumenischen Rats der Kirchen. 1961 entsandte sie aber erstmals Beobachter an eine Voll­versammlung. 1965 wurde die Gemeinsame Arbeitsgruppe zwischen dem Vatikan und dem ÖRK gegründet. In wichtigen Kommissionen des Weltkirchenrates, so für Glauben und Kirchenverfassung sowie für Weltmission und Evangelisation, arbeiten katholische Theologen als Vollmitglieder mit. Ob und gegebenenfalls wann die katholische Kirche dem Weltbund beitritt, ist offen. 

kath.ch

 

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