Ausgabe 49, 2. bis 8. Dezember 2017

Aufmerksame Zuhörerschaft am Jubiläum der diözesanen Räte in Mariastein: Im Vordergrund links Urs Brunner-Medici, Pastoralverantwortlicher des Bistums, neben ihm Generalvikar Markus Thürig, Präsident des Priesterrats und des Rats der Diakone und Laientheologen und Laientheologinnen.  (Foto: Christian von Arx) Aufmerksame Zuhörerschaft am Jubiläum der diözesanen Räte in Mariastein: Im Vordergrund links Urs Brunner-Medici, Pastoralverantwortlicher des Bistums, neben ihm Generalvikar Markus Thürig, Präsident des Priesterrats und des Rats der Diakone und Laientheologen und Laientheologinnen. (Foto: Christian von Arx)

«Zur Kirche gehören alle»

Am 50-Jahr-Jubiläum der diözesanen Räte wurde in Erinnerung gerufen, was der synodale Weg bedeutet

Mit einer gemeinsamen Tagung seiner drei diözesanen Räte in Mariastein feierte das Bistum Basel die Gründung des Priesterrats und des Seelsorgerats vor 50 Jahren. Diese beratenden Gremien sollen die Stimmen des Kirchenvolks zu Gehör bringen.

Die Gründung des Diözesanen Priesterrats und des Diözesanen Seelsorgerats im Jahr 1967 war Teil des Aufbruchs, der die katholische Kirche mit dem II. Vatikanischen Konzil erfasst hatte. 1988 kam der Rat der Diakone und Laientheologen und Laientheologinnen dazu. Die drei Räte mit insgesamt rund 50 gewählten oder berufenen Mitgliedern haben die Aufgabe, den Bischof in Fragen der Leitung des Bistums zu beraten.
Mit einer Jubiläumstagung aller drei Räte mit Bischof Felix Gmür in Mariastein unterstrich die Bistumsleitung, dass ihr diese Stimmen wichtig sind. Nach drei thematischen Referaten brachten die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer ihre Sicht in Workshops ein. Der synodale Weg der Kirche bedeute so viel wie «gemeinsamer Weg», nämlich von Bischof, Priestern und Kirchenvolk. «Die Zusammensetzung der synodalen Gremien sollte das Volk Gottes repräsentieren», fand der ehemalige Generalvikar Rudolf Schmid, «sie sollten nicht aus Leuten bestehen, die schon in Leitungsfunktionen sind.»

Auf der Ebene der Pfarrei sind auch die Pfarreiräte synodale Elemente. In den letzten Jahren hätten die synodalen Prozesse vor allem in der Bildung der Pastoralraumräte bestanden, hielt Generalvikar Markus Thürig fest. Kritisch wurde aber gefragt: «Ist dieses Modell überhaupt noch gefragt, wenn etwa die Hälfte der Gemeinden in der Landeskirche Aargau gar keine Pfarreiräte mehr hat?» Eine Empfehlung lautete, bewusst jüngere Familien für die Mitarbeit in Pfarreiräten zu gewinnen.

«Wir bringen Menschen in Kontakt und ermöglichen den Dialog mit anderen Religionen», war eine Antwort auf die Frage, wo die Kirche heute für die Gesellschaft wichtig sei. «Der Erfahrungsaustausch über Gott – das ist unsere Kompetenz.» Nicht allein der Gottesdienst sei wichtig im kirchlichen Leben, sondern überhaupt die Gemeinschaft. Ehrlichkeit, Bescheidenheit und Echtheit würden geschätzt.

Bischof Felix Gmür äusserte sich in seiner Predigt im Jubiläumsgottesdienst: «Mit dem II. Vatikanum wurde wieder entdeckt, was man immer wusste: Die Kirche besteht nicht nur aus Papst, Bischof und Priestern, sondern alle gehören dazu.» Kirche sein heisse Synode sein: «Gemeinsam auf dem Weg sein und Mut fassen für den Weg, den wir vor uns haben.» Dazu brauche es das Vertrauen, das allen, Leitungsgremien wie Gläubigen, oft fehle. Als Beispiel nannte er den Umgang mit dem Päpstlichen Schreiben Amoris Laetitia: «Einige sehen schon die Kirche untergehen», meinte der Bischof und fragte: «Was wäre denn das für eine Kirche, die schon unterginge, wenn einige, die nicht in allem römisch-katholisch sind, zur Kommunion gehen?»

Christian von Arx



 

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